Bevor die reiche Historie unserer Schule Ihre Aufmerksamkeit fesselt, erlauben Sie mir, dem derzeitigen Direktor, eine kleine Parenthese zu machen. Die nächsten Zeilen hat ein Mensch geschrieben, der für unsere Schule vieles getan hat und an seinen Standpunkten auch in schwierigen Zeiten festgehalten hat. Ich danke Herrn Jiří Cihla, der als Lehrer und Dirketor lang mit unserer Schule verbunden war. Ich danke auch für das symbolische Datum des Verfassens dieses Textes.
Das Gymnasium in Žatec (Saaz) entwickelte sich aus der lateinischen städtischen Schule, die wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom Herbst 1335, damals erteilte der König Johann von Luxemburg (Jan Lucemburský) der Stadt des Recht den Schulvorsteher der Schule zu ernennen. Ende des 14. Jh. übte diese Funktion Jan ze Žatce (Johann von Saaz) aus, der Autor der Dichtung Der Ackermann aus Böhmen.
Viele Gebildete wirkten während der folgenden Jahrhunderte an der Schule. Nach der Schlacht auf dem Wei3en Berg leiteten sie die Strahover Prämonstratenser und das im Grunde bis zur Verstaatlichung im Jahre 1873. Danach existierte die Schule als Kaiserlich-königliches Staatsobergymnasium. Am 2. Dezember 1903 wurde ein neues, im Jugendstil erbautes Schulgebäude feierlich geöffnet, das bis heute seinem Zweck dient. Aus Anlass des 55. Jahrestags der Regierung des Kaisers Franz Joseph wurde dem Gymnasium der Name Kaiserlich-königliches – Kaiser- Franz-Joseph-Staatsgymnasium in Saaz verliehen. In den Jarhen der Tschechoslowakischen Republik 1918 – 38 wurde es zum Realgymnasium. Seit 1918 sind unter den ordentlichen Schülern erstmals auch Mädchen. In den Unterrichtsplan wird als Pflichtfach Tschechisch eingeführt.
Ende 1938 wurde das Gymnasium durch eine Reichsverordnung zur Oberschule für Jungen geändert, die aber auch Mädchen besuchen durften. 1942 kommt der historisierende Name „Ackermann-Schule“. Am 1. September 1945 beginnt das tschechische Realgymnasium seine Tätigkeit. 1948 wurden die achtklassigen Gymnasien aufgelöst und in den Jahren 1948-53 durch vierklassige ersetzt. Die Klassen wurden geteilt – in den humistischen war das profilierte Fach Latein, in den technischen wurde die darstellende Geometrie betont. 1953 wurde die Elfklassige (allgemeinbildende) Mittelschule errichtet. 1968 gab es wieder das vierklassige Gymnasium. Zurzeit besuchen die Schüler entweder das achtklassige Gymnasium (nach 5 Grundschuljahren) oder das vierklassige Gymnasium (nach der neunten, also letzten Klasse der Grundschule), es gibt insgesamt zwölf Klassen mit täglichem Unterricht.
Der polytechnische Unterricht wurde im Jahre 1953 eingeführt. Später gab es als Berufsausbildung Fächer Landwirtschaft, Bauwesen, Ökonomie.